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Waldemar

Wenn der Trittbrettfahrer wieder speit

Für alles mögliche gibt es Trittbrettfahrer. Warum nicht auch bei publizistischen Auseinandersetzungen. Henryk M. Broders Offenlegung von akzeptiertem Antisemitismus in Person des Jakob Augstein hat einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Was also wäre verlockender, als etwas Aufmerksamkeit davon abzubekommen, indem man bei jeder neuen Runde seinen Senf zu den beiden dazu gibt. Das nämlich macht Alexander Wallasch, selbsternannter Kämpfer wider die Antisemitismuskeule, der seine eher laue Kolumne damit aufpeppt, Augstein zu verteidigen, der wahrscheinlich den Namen Wallasch noch nie gehört hat, aber das muss ja keiner erzählen. Nicht grundlegend neu, der letzte Wallasch Text dazu gab vor ein paar Monaten Anlass zur Beschäftigung.

Eben darum kommentierte ich noch spöttisch, da ich zu Nikolaus Henryk Broders Weltartikel in Form des offenen Briefes an Augstein las und bei Facebook verlinkte: „Vielleicht versucht sich der weltberühmte Gegenwartsliterat und Antisemitismusverdränger Alexander Wallasch mal wieder dran.“ Ehrlich, als ich das schrieb, war ich der Ansicht, so dumm kann nicht einmal dieser Mann sein, dass er seinen pawlowschen Reflex derart ungetarnt zeigt. Einen Rest an Selbstkontrolle muss der doch besitzen, bevor er sich der Lächerlichkeit preisgibt. Ob Augstein oder Grass, kein neu- oder altdeutscher Antisemit kann auftreten und von Henryk M. Broder aufgespießt werden, ohne dass die gähnend öde Wallaschschreibe wieder einmal erklärt, dass kein Antisemitismus beim Jakob erkennbar wäre und nur der böse Broderjude ihn neuerlich diffamiert, thematisch nicht dazu gehörende Anekdoten inklusive, letztens war es eine alte Rassistin, diesmal ist es Matussek, den Herr Wallasch nämlich auch kennt. Glückwunsch.

Während Wallasch aber im September sich noch erfolglos und rudimentär bemühte, Sachargumente dort zu finden, wo es keine mehr gibt, hat er es diesmal ganz gelassen. Was er tut, ist schlichtes Erbrechen seiner Unflätigkeit, was er vermutlich mangels stilistischem Talents für originell hält. Bolschewik, Freisler, Schmähung, monokausale Giftigkeit alter Männer usw. Wobei er mit letzterem seine eigene historische Bildungsferne zeigt, war es nicht jener Freisler, mit dem er allen Ernstes Broder vergleichen zu müssen meinte, der den Feldmarschall von Witzleben einen schmutzigen alten Mann nannte?

Wallasch kommt es hoch, jedes Mal, wenn ein Antisemit als solcher benannt wird. Er will nicht, dass es Antisemiten in diesem Land gibt, schon gar keine klugen jungen Männer. Die mag er deutlich lieber als alte. Erkennt er sich selbst in ihnen? Außer, dass er nicht mehr jung ist natürlich. Sollte die Identifikation vielleicht eine inhaltliche sein? Ist es gar der kleine Antisemit im Wallasch selber, der exkulpiert werden möchte?

Natürlich stimmte es, dass Broder zu oft Augsteins Unseliges gelesen hatte, als dass er in den letzten Monaten sonderlich differenziert über ihn schrieb. Meine dem Thema eher ferne Freundin und Blogpartnerin, schrieb dazu, „Für mich geben sich die beiden nichts, polemisieren und provozieren“, worauf ich antwortete, „Du hast irgendwann in der Thematik einen Level erreicht, wo Du es nicht mehr erträgst. Bei jedem Fünfzeiler dieser Typen musst Du erst einmal drei Seiten all die Lügen, Halbwahrheiten und Weglassungen richtig stellen, bevor Du zur Auseinandersetzung kommst. Es gibt kein anderes Thema bei dem es so schlimm ist. Weiß aber auch nur der, der sich damit befasst.“

Gerade aber jenen Vorwurf hat Broder korrigiert. Noch einmal hat er sich zusammen gerissen und mit eben diesem Weltartikel den ekelhaft schwer fallenden Versuch machen wollen, auch dem dümmsten Ignoranten darzustellen, weshalb Augstein nichts mit sogenannter legitimer Kritik an israelischen Regierungen zu tun hat, Punkt für Punkt den plumpem alten Antisemitismus anhand der Stereotype herausgearbeitet. Und da ich diese Bemühung zum letzten Wallaschartikel, natürlich dilettierend, selber machte, ist nachvollziehbar, wie viel Wut einen bei solchem Unterfangen packt. Dieser Brodertext enthält bewundernswert akribisch alles Argumentative. Man muss ihn nur lesen. Lesen wollen. Es überhaupt tun, bevor man drüber schreibt. Natürlich ist er weiterhin polemisch, wie könnte man anders mit diesen Menschen umgehen. Und natürlich kommt bei Wallasch nichts davon vor, wie der auch in der Vergangenheit es nie wagte, sich Argumenten zu stellen. Das wird sicher nicht nur seinen sprachlichen Unzulänglichkeiten geschuldet sein. Stattdessen ergeht er sich in der müden drittklassigen Rhetorik, Popanze zu erfinden und sich an denen hochzuziehen. Die Antisemitismuskeule würde schwächer? Wo hat die je funktioniert, außer beim Hohmann, aber der war Rechtsaußen, da traf das damals noch. Damals. Heute, das weiß Wallasch ganz genau, just darum versucht er mit einem solchen Thema ein paar Leser für seine traurige Kolumne zu finden, heute kommt man allenfalls groß raus, wenn man ein wenig Judenressentiments in seine Texte streut und sich hinterher mutig auf die Schulter klopft, es den angeblichen Keulenschwingern gezeigt zu haben. Und wie geistlos, diese nur dumme Unterstellung, Broder, ein polemischer Demokrat durch und durch, zeitlebens, wolle Schreibverbote erwirken. Dagegen kämpft dann der Held Wallasch. Erschreckend primitiv, hätte mein Deutschlehrer das genannt. Schwach. Einfach nur schwach.

Falls das Argumentative bei Broder zu lesen die Kraft des Wallasch überfordert; warum Augstein ein Antisemit ist, hat kürzlich Rainer Trampert, ein Unverdächtiger von ganz links auseinandergesetzt. Vielleicht versucht sich unser Kolumnist dort mit Sinnentnahme. Wobei, er wird es weder tun, noch würde er es verstehen.

„Autor einer der meistbesprochenen deutschen Romane des Herbstes 2010“ nannte sein Freund Schmitz, der immer den RA braucht, um ihn vor seinen Namen zu stellen, den Wallasch, als ein Banause wie ich schrieb, der könne sich Schriftsteller nennen, weil er zwei Romane geschrieben hätte.

Schreiben Sie doch einfach wieder einen Roman, Herr Wallasch. Besser ist es. Besonders für Sie. Wie wäre es mit „Tod eines Publizisten?“. So etwas Ähnliches schrieb der Daddy ihres Lieblingsjünglings mal über seinen Hassjuden, dem er auch nie ansatzweise das Wasser reichen konnte. Soll psychisch gut tun. Vielleicht sogar sexuell.

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Auch veröffentlicht bei Brüh-im-Lichte.

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Über Waldemar Pabst

Undogmatischen Konservativer. Nazifeind, Antikommunist, entschiedener Gegner jedes religiösen Totalitarismus, Rassismus und nicht zuletzt der Verschwörungstheoretiker. Bekennender Israelfreund und das, was man einmal einen “Atlantiker” nannte. Vertritt uneingeschränkt das Gesellschaftssystem der freien Welt. Blog: https://schwarzoderweiss.wordpress.com/

Diskussionen

18 Gedanken zu “Wenn der Trittbrettfahrer wieder speit

  1. Na ja, der Wallasch scheint nun aber mächtig zu Ihrer Obsession geworden zu sein. Irgendwie führen sie die Sache gerade ad absurdum. Aber im Ernst: Sie machen einen Denkfehler. Wallasch reagiert auf Artikel von Broder in de Welt. Das ist sein gutes Recht. Was Sie eigentlich meinen mit Ihrer Wallasch-Beschimpfung würde lediglich zutreffen, wenn Wallasch initiativ schrieben würde. Tut er aber nicht. Und Broders Text in der Welt zu besprechen – wo bitte soll da das Problem sein? Wo also ist eigentlich Ihr Problem?

    Verfasst von Feuerbach-Schmidt | 11. Dezember 2012, 07:29
  2. Was für eine peinliche Antwort auf die berechtigte Antwort auf eine Antwort Broders auf Augstein.
    Selten so einen Mist wie den hier von Papst gelesen. Einem „Blogger“, der sich den Namen eine Mörders ausleiht. Krank. Wie der Text hier.

    Verfasst von Antiocha P. | 11. Dezember 2012, 10:40
    • Dem Wallasch sein kleiner Antisemitenstadl verteidigt den großen Helden. Weiter so. 😉
      Und wenn schon, denn schon. Also wenn Sie mit meinem bösen Namen schon ein so schmerzliches Problem haben, dann lassen Sie doch den armen Mann in Rom da raus und schreiben ihn richtig. In der Mitte mit B. Wie Bolschewistenkiller.

      Verfasst von Waldemar Pabst | 11. Dezember 2012, 10:45
      • Ihre Dummheit, ihre Eifersucht, Ihr Hass auf alles und nichts ebenso wie Ihre und Ihre Geltungssucht sind beeindruckend. Haben Sie sonst keine Hobbys? Auf Facebook sind Sie ja auch schon überall die Lachnummer. Haben Sie keinen Garten mein Herr?

        Verfasst von Antiocha P. | 11. Dezember 2012, 11:15
      • Ne, bin Stadtkind.

        Verfasst von Waldemar Pabst | 11. Dezember 2012, 11:18
  3. Waldemarsch. Marsch, marsch – troll Dich Du Dummbratz.

    Verfasst von J.H. | 11. Dezember 2012, 11:17
  4. Was für ein trauriges Gewäsch eines Wichtigtuers mit Nick-Namen Papst. So blöd, so anbiedernd, so neidzerfressen, das man sich fragt: merkt pabst es selber nicht? oder ist es am Ende Commedy? Dann allerdings wäre das Format „Commedy“ hier deutlich gesprengt.

    Verfasst von hanskaese | 11. Dezember 2012, 11:39
  5. na, die aktuelle Diskussion muss ja ein echter Arschtritt für Sie sein.

    Verfasst von antil | 3. Januar 2013, 18:31
    • Wieso?
      Passt doch blendend. Die ganze Diskussion ist doch hier und vor allem im anderen Text zu Wallasch schon vorweggenommen. Einschließlich der Links braucht man sich nur noch zu bedienen und man weiß, warum Antisemitenjakob seines Vaters Sohn ist.
      Vielleicht sollte man dies noch hinzufügen:
      http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14867

      Verfasst von Waldemar Pabst | 3. Januar 2013, 18:40
      • Ja, wahrscheinlich der wichtigste Beitrag zur Debatte, dieser Artikel in dieser Zeitung, die ja auf fast allen Frühstückstischen zuhause ist. Lach.
        Ps.: Ihr Artikel zu Klöckner eine einzige Peinlichkeit. Machen Sie es wie Broder: Halt Sie ’s Maul.

        Verfasst von antil | 4. Januar 2013, 07:33
  6. unterwürdig das hier !

    Verfasst von Gregor Leip | 24. August 2013, 12:45
  7. Empörend geradezu. Sie sollten einfach mal mit den Füßen stampfen, Herr Leip..

    Verfasst von Waldemar Pabst | 24. August 2013, 14:55
  8. Zu diesem Pingback VON ALTEN FREUNDEN UND GEKRÄNKTEN JURISTEN | AFD WATCH – 31. DEZEMBER 2014:

    Da auch mein Blog als Beweis für die Freundschaft von Matussek und RA Schmitz angeführt wird, was völlig unnötig ist, da Heinrich Schmitz daran nie einen Zweifel gelassen hat, seien mit einige Anmerkungen zu diesem Elaborat gestattet:

    Pegidas sind verachtenswerte Spießbürger, die nichts mit dem Islam zu tun haben, um Mazyek mal zu zitieren. Sie habe da unten nämlich weder Probleme damit, noch eine Ahnung davon. Pegida ist das Aufbegehren des klassischen antiwestlichen, verschwörungsaffinen und wenn man etwas kratzt auch antisemitischen Jammerossis, der nie in der Demokratie angekommen ist, einen Scheißdreck mit der Revolution von 89 zu tun hatte, gegen die Möglichkeit, Menschen mit nichtarischer Optik in der Nachbarschaft sehen zu können. Das ist alles. Die Sache mit der Furcht vor der Islamisierung ist nichts als ihr Feigenblatt, weil sie selbst in der Masse zu feige sind, sich zum Rassismus zu bekennen. Das allerdings ändert nichts, wirklich gar nichts an ihrem Recht, zu demonstrieren. Wer sich ein selektives Demonstrationsrecht wünscht, ist ein Antidemokrat.

    Heinrich Schmitz ist der klassische Linksliberale (und ich kann Linksliberale nicht ausstehen), bei dem man sich darauf verlassen kann, dass er stets für das Recht auf eine freie Meinung des Andersdenkenden eintritt. Wer diesen Text der AfD Watcher hier liest, muss befürchten, dass dies für seine Verfasser nicht gilt. Wenn das bloße Eintreten von Heinrich Schmitz für das Recht von Matthias Matussek in einem freien Land eine freie Meinung zu äußern, an dieser Stelle zu einem solchen denunziatorischen Wutausbruch führt, dann lässt es den Verdacht zu, dass jeder, der sich für die „Falschen“ einsetzt, mit der Drohung dann in den Focus solcher Schreibe zu geraten, genötigt werden soll, lieber die Klappe zu halten. Wenn das der Inhalt eines Blogs sein soll, das sich gegen die Kremlingspartei AfD richtet, um deren Demokratiedefizite darzustellen, dann kommt einem doch die Geschichte mit dem Regen und der Traufe in den Sinn.

    Matthias Matussek hat einen schwachsinnigen HJ Vergleich bemüht, den Deniz Yücel mit 5 Zeilen bloßgestellt hat. Die hiesigen Autoren jedoch drohen mit der Justiz, mit dem mundtot machen des Andersdenkenden und sind so blöd, dass sie im selben Text, wo sie sich darüber aufregen, Matussek Denken im Sinne faschistischer Staatsautorität vorwerfen, raffen dabei nicht mal, wie sie sich damit argumentativ selber ad absurdum führen.

    Polemische Diskussion ist das Salz der Demokratie, das gerade in der Auseinandersetzung mit der AfD nicht zu kurz kommen darf. Mundtot machen, denunzieren, die Meinung des anderen unterbinden wollen, ist das definitive Gegenteil. Insofern ist AfD Watch ein Trauerspiel, das die Vorurteile der wehleidigen, sich ewig beleidigt und unverstanden fühlenden AfD’ler bestens bedient.

    Verfasst von Waldemar Pabst | 31. Dezember 2014, 17:39

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  1. Pingback: Von alten Freunden und gekränkten Juristen | AfD Watch - 31. Dezember 2014

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