//
du liest...
Waldemar

Ruanda. Zum 20. Jahrestag des Beginns der Ermordung der Tutsi

Ruanda.
Wir waren dabei. Nicht vor Ort, sondern daheim im Wohnzimmer. Es war vor aller Augen. Im Fernsehen, im Radio, in den Zeitungen, die Mörder unternahmen nicht einmal die Andeutung eines Versuches, es zu tarnen. Die Welt wusste was passiert. Jeden Tag.

Ruanda.
800.000 bis 1 Mio Menschen werden innerhalb von 100 Tagen bestialisch ermordet. Eine ganze Menschengruppe soll ohne jede Ausnahme bis zum letzten Baby ausgerottet werden. Eine Menschengruppe, die mitten unter den anderen bis dahin lebte und äußerlich nicht unterscheidbar ist. Entmenschlicht, als Kakerlaken bezeichnet. Zu Schädlingen erklärt. Schädlingen, die zu vernichten seien.

Die Parallelen lassen frösteln. Es geschah im Jahre 1994, genau 50 Jahre nach dem Mordsturm gegen die Juden Ungarns, dem Höhepunkt der Shoa. Vor aller Welt.

Ruanda.
Niemand griff ein. Niemand. “Den Genozid an den Tutsi beendete die Rebellenarmee des heutigen Präsidenten Kagame. Am 4. Juli nahmen sie Kigali ein“, erinnert der Tagesspiegel. Weltmächte, Weltorganisationen, keiner wollte handeln, alle am liebsten wegsehen. In der Stunde der Not, das lernen wir aus Ruanda, ist Verlass nur auf sich selber, auf die eigenen Waffen. Garantien, Völkerrecht, Verträge, selbst simpelste menschliche Standards sind wertlos, wenn man sie nicht durchsetzen kann.

Die Franzosen kamen, als alles vorbei war. Sie eröffneten den Mördern Fluchtwege.

Ruanda.
Exemplarisch für das Funktionieren dieser Welt. Überlebende sind die, die sich wehren können und entschlossen sind, es zu tun. Schuldige jene, die zusehen und in der Lage wären, einzugreifen. Die Schuldigen bevölkern die Welt. Die Wegseher, die nur an sich selber Interessierten, die Gleichgültigen aus Feigheit oder Egoismus. Bis heute. Immer wieder, nur die Schauplätze wechseln, auch wenn das Geschehen in Ruanda aus allem Grauen seit der Shoa herausragt. In Syrien wurden bislang über 100.000 Menschen abgeschlachtet. Den dort zuständigen Verbrechern erklärten die Weltmächte, sie wollten künftig nicht mehr darauf gestoßen werden, wenn zum Töten Giftgas verwendet würde. Das Regime verstand. Es gibt genügend andere Mittel, eine solche Ungeschicklichkeit nicht wieder vorkommen zu lassen. Zur Not reichen Macheten.

Lehrt Ruanda.

___________________________________________________________________________________________________________

Auch veröffentlicht bei Journalistenwatch.com.

Advertisements

Über Waldemar Pabst

Undogmatischen Konservativer. Nazifeind, Antikommunist, entschiedener Gegner jedes religiösen Totalitarismus, Rassismus und nicht zuletzt der Verschwörungstheoretiker. Bekennender Israelfreund und das, was man einmal einen “Atlantiker” nannte. Vertritt uneingeschränkt das Gesellschaftssystem der freien Welt. Blog: https://schwarzoderweiss.wordpress.com/

Diskussionen

Trackbacks/Pingbacks

  1. Pingback: Ruanda. Zum 20. Jahrestag des Beginns der Ermordung der Tutsi | Journalistenwatch.com - 6. April 2014

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: