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NnEkas Woche

Die Hölle ist, wenn man niemanden hat, der einem hilft (1)

Zum 1.11. startete die EU das das Rettungsprogramm „Triton“. Dieses soll Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten und das italienische Programm „Mare Nostrum“ ablösen. Was eigentlich nach einer guten Nachricht klingt, ist eher ein Abschotten. Triton wird einen weit kleineren Radius überwachen, es darf ja nicht viel kosten. Triton wird nur ein Drittel an Kosten verschlingen, was nur noch 3 Millionen pro Monat sind. Klingt immer noch viel, aber rechnet man das auf die Elbphilharmonie um, so könnte man damit 16 Jahre Flüchtlinge retten. Diese Sparmaßnahme werden wieder viele Flüchtlinge mit ihrem Leben bezahlen, was im Tagesgeschäft erfahrungsgemäß keinen juckt und sollte es doch mal eine größere Anzahl treffen, spielt man Betroffenheit („Darf nicht mehr passieren“), verweist auf Triton (Welch Ironie, dies nach dem Gott des Meeres zu benennen) und kommt dann noch mit schwachsinnigen Argumenten, man könne ja nicht alle aufnehmen. Zur Erinnerung: Durch die totale Abschottung Europas gibt es für Flüchtlinge keinen legalen Weg nach Europa zu gelangen. Flüchtlinge sind weiterhin darauf angewiesen, illegal einzureisen, über die See- oder Landgrenze. Diese werden von Frontex überwacht, was eine nicht unerhebliche Summe kostet aber natürlich auch den Vorteil der kalten Abschiebung hat, welche es doch eigentlich nicht geben darf. So bleiben einem weiterhin Fotos in Erinnerung, Luxus vor Elend. Bizarrer lässt sich die Situation wohl nicht darstellen.

Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben. (2)

Hilfe zur Selbsthilfe ist natürlich langfristig am besten, sagt sich aber leicht, wenn man gleichzeitig seine subventionierten Lebensmittel auf den Markt wirft und, um beim Fisch zu bleiben, die Küsten Westafrikas mit schwimmenden Fabriken leerfischt. Nachhaltige Lösungen brauchen Konsequenz und Zeit. Soforthilfe für Flüchtlinge ist trotzdem kein Bonus, sondern Pflicht. Nun, die Weihnachtszeit steht vor der Tür, da nagen natürlich wieder die klischeehaften verhungernden Afrikaner am Gewissen. Ein Spendenmarathon und ein Spendenhit wird das Bedürfnis nach gestilltem schlechtem Gewissen sicher erfüllen.

Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf. (3)

Jan Fleischhauer wäre gerne das, was Broder für die einen und Augstein für die anderen ist. Ein Provokateur, der die Vorurteile der eigenen Klientel bestärkt und den Hass der anderen befeuert. Aktuell schreibt er im schwarzen Kanal auf Spon über das T-Wort. Er meint damit Toleranz.  Das ist teilweise so grottig, gekünstelt und an den Haaren herbeigezogen, dass man sich nicht mal drüber aufregen mag. Fremdschämen wäre das richtige Wort. Nimmt man die Artikelkommentare mit ins Boot, kommt das allerdings ganz gut an. Aber das Spon Forum war auch nie arm an geistig Armen. Das Problem bei Fleischhauer ist, dass er über Themen schreibt, von denen er keine Ahnung hat. Würde er mal ein Thema wie „Sich den eigenen Berufswunsch ohne Ahnung und Kenntnisse erfüllen“ schreiben, er hätte so viel Wertvolles zu erzählen.

Jetzt bin ich der Tod geworden, der Zerstörer der Welten (4)

Das Problem mit der Atomkraft ist ja der ganze Müll der dabei entsteht. Und dass so etwas 20000 Jahre zu lagern, auch nicht ganz einfach und billig ist. EON, bekannt als Energiekonzern und neuerdings auch als kreativer Steuervermeider, will nun die Kosten nicht mehr mittragen, auf der Suche nach einem geeigneten Lagerplatz. Man hat zwar schon jede Menge Müll produziert und angesammelt, weiß aber immer noch nicht so recht, wohin damit. Alles ganz seriös also. Hätte man die Kosten für die Endlagerung von Anfang an eingerechnet, wäre wohl keiner auf die Idee gekommen, für solch horrende Kosten Strom zu produzieren und man müsste jetzt kein Loch suchen, wo man seine Zeitbomben für ein paar Tausend Jahre verbuddeln kann.

Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant (5)

Und wenn mans schon macht, dann aber richtig. Die Bild Zeitung (eigentlich nicht ungeübt im denunzieren,) wollte endlich den bekannten Pandabären Cro enttarnen. Nun ging das dummerweise voll in die Hose, denn das Schnuckelchen, das die Bild Zeitung da abbildete war und ist natürlich Dajuan  Den kennt man eigentlich aus dem Umfeld von Cro und er sieht nicht nur gut aus, sondern macht auch selbst Musik (und das nicht schlecht, ehrlich!). Es verwundert einen schon, wie so eine Geschichte es in die Zeitung schafft, ohne dass auch nur einer mal einfach nachguckt. Vielleicht hats auch einfach niemand gesehen Schlagzeilen außen rum, wie „Was passiert wenn ich im Hotel was mitgehen lasse?“ oder „Pino: Das Sextoy für Banker“ können die Hirntätigkeit schon ausbremsen.

Zitate:
(1)Joachim Meisner
(2)Konfuzius – Philosoph. Im Prinzip auch Grundsteinleger der Glückskekseindustrie
(3) Theodor Fontane
(4) Robert Oppenheimer aus „Bhagavad Gita“
(5)
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

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