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NnEka

NnEkas Woche

Diese Woche wartete mit einigen Jahrestagen auf. Es jährte sich nicht nur das Massaker auf dem Tian’anmen-Platz sondern auch die Landung der Alliierten in der Normandie. So lässt sich einiges über diese beiden Ereignisse in den Zeitungen und natürlich vor allem auf den News-Seiten im Internet lesen. Wer das Vergnügen hat, dies auf SZ-Online oder SPON zu tun, wird vor allem in den dazugehörenden Kommentaren einiges an bizarren Ergüssen lesen können.

Unklar ist bis heute, ob die Niederschlagung des Aufstandes in China auch auf dem Tian’anmen-Platz stattfand oder nur in umliegenden Stadtteilen. Auf SZ-Online folgern einige Kommentatoren daraus, dass es gar kein Massaker gab, vermutlich (was sonst?) war dies nur Propaganda der USA.

Auf SPON finden sich zum D-Day einige Kommentatoren, die der Meinung sind, Europa wäre tatsächlich besser dran, wenn die USA nicht in den Krieg eingetreten wären und damit nicht in Europa gelandet wären.

Nun gewöhnt man sich, wenn man selbst eher links eingestellt ist, mit der Zeit daran, dass nicht jeder gleich viel Hirn abbekommen hat. Diese Geschichtsfälschung, einhergehend mit der Putinverehrung, geht einem doch manchmal gewaltig auf den Keks. Zur Info: Putin ist Chef einer national-konservativen rechten Regierung, die die Freiheitsrechte von Minderheiten massiv einschränkt und die an Sozialismus oder Sozialdemokratie soviel Interesse hat, wie ein Pinguin am Fliegen. Die UdSSR gibt es nicht mehr. Nicht mitgekriegt?

Das rechte Nationale ist wieder im Kommen, obwohl die meisten Leute wissen, dass der Nationalismus verantwortlich für die großen Kriege der Menschheit ist. Ganz Rechts sind dann noch die, die die Nationen lieber nach Rasse aufteilen würden. Interessant wird es wie immer bei schwachsinnigen Thesen, wenn man die Leute damit direkt konfrontiert. Mo Asumang ist die Tochter eines schwarzen Ghanaers und einer weißen Deutschen. Für eine Dokumentation der BBC hat sie sich mit Neonazis unterhalten – und zeigt, wie Rassisten reagieren, wenn sie direkt mit ihren Feindbildern konfrontiert werden. Sehenswert.

Das Gesicht der Woche lieferte für mich Patrick Sensburg von CDU in der Phönix Runde. Nachdem der gute Mann sich massiv über Weisungen an den Generalbundesanwalt beschwert hatte, blickte er doch ziemlich gequält grinsend in die Kamera auf die Frage, warum sich seine Partei dann dagegen wehre, diese Weisungsbefugnis abzuschaffen. Sadismus kann auch schön sein

Am Ende noch ein Blick nach Syrien. Fast vergessen findet hier einer der schlimmsten Bürgerkriege statt, die UN vergleicht es mit dem Genozid von Ruanda. Nun sind die Zahlen an Toten und Flüchtlingen in einen Bereich gestiegen, die unsere Vorstellungskraft übersteigt. Das hinter diesen Zahlen Schicksale von einzelnen stecken, die Frage was würde man tun, wenn es heisst „Hol mich hier raus“ beantwortet in einem sehr schönen Text von Alexandra Rojkov.

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Diskussionen

2 Gedanken zu “NnEkas Woche

  1. „…. Nationalismus verantwortlich für die großen Kriege der Menschheit ist.“
    Aha!Stalin,Mao,PolPot,Che..haben 60+ Millionen wg.Nationalismus geschlachtet/wahlweise human verhungern lassen..interessante Geschichtsdeutung..wahrlich ein bizarrer Erguß

    Verfasst von F.Jeschke | 8. Juni 2014, 16:17
  2. Immer wieder diese Schuldzuweisungen von links nach rechts und umgekehrt; dieses dauernde „Ihr aber auch!“ führt uns doch nicht weiter! Tatsache bleibt doch, dass das 20. Jahrhundert mit seinen ganzen „Ismen“, also Nationalismus, Sozialismus, Kommunismus, Leninismus, Faschismus, Nationalsozialismus, Marxismus, Islamismus usw. derartig viele Lehrbeispiele für das Handeln von totalitären Arschlöchern geliefert hat, dass mitterweile weder linke „Gutmenschen“ noch rechte „Sozenfresser“ weiterhin auf diesen Bockmist reinfallen sollten, aber Pustekuchen!

    Ganz nebenbei sind „links“ und „rechts“ Begriffe aus der Mottenkiste und stammen noch aus dem 19. Jahrhundert. Die Unterschiede verwischen immer mehr, und in ihrer Ablehnung unserer Freiheitlich-demokratischen Grundordnung sind Links- wie Rechtsextremisten ohnehin ein „einig Volk von Brüdern“.

    Bizarr ist in letzter Zeit nur eines: der virtuelle Bürgerkrieg in Deutschland zwischen „Putinverstehern“ und „Putinhassern“. Es werden, vor allem von ersteren, dubiose Internetseiten russischen Ursprungs geteilt und verbreitet (für alle Dösdaddel, die es noch nicht kapiert haben: die beiden Buchstaben „R“ und „U“ hinten dran an der URL weisen auf eine russische Quelle hin), auf denen u.a. ukrainische Soldaten ernsthaft des Kannibalismus (!) bezichtigt werden und ähnlicher gefährlicher Unfug. Damit wird Hass unter die Leute gebracht, und das im Namen des Friedens und von „friedensbewegten“ Menschen, ganz im Sinne einer im Artikel völlig zutreffend als „national-konservativ rechts“ bezeichnenden Regierung… DAS ist fürwahr bizarr!

    Verfasst von Andreas von Frankfurt | 10. Juni 2014, 10:21

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