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Waldemar

Die gute Absicht als Grundlage des Bösen oder Animal Farm auf ökologisch

Der Mann heißt Jorgen Randers, ist Professor für Klimastrategie (solche Bezeichnungen scheint es zu geben) an der norwegischen Schule für Management. Wer seinen Namen bisher nicht kannte, sollte ihn auch ganz schnell wieder vergessen. Nämlicher Klimaideologe, der nebenbei auch Studien für den Club of Rome verfasst, jenem Verein, dessen Weltuntergangsszenarien langfristig genug angelegt sind, um für ihre Verfasser den erfreulichen Nebeneffekt zu haben, dass diese sich schon lange die Radieschen von unten ansehen, wenn die Prophezeiungen per Zeitablauf ad absurdum geführt werden, schrieb offenbar am 17.6. im Tagesspiegel einen Aufsatz, den man mehrfach lesen sollte. Man hofft erst, es könnte satirisch gemeint sein, doch es bleibt zu fürchten, der Mann meint das bitter ernst.

Seine Aussage sei kurz beschrieben. Ausgehend von der Hypothese der menschengemachten Klimaveränderung, die herrschende Meinung sein mag, aber keinesfalls unbestritten ist, kommt er zu dem Schluss, dass das parlamentarische System mit seinen dauernden Wahlen nicht fähig wäre, große Zukunftsentscheidungen zu treffen, weil die kurzfristigen Folgen solcher Beschlüsse, man ahnt es, es geht um das, was man euphemisch ökologischen Umbau nennt, die Wähler verprellen würde. Zum Beispiel, wenn die Energiekosten in die Höhe schnellen und der Lebensstandard sinkt. Der betroffene Wähler also ist schuld, ihm fehlt die Einsicht in die von Randers gesehenen Notwendigkeiten, ihn gilt es somit auszuschalten. Wenn die Demokratie immer diesen bösen Kapitalismus zur Folge hat, der Mensch vorteilhaft leben will, dann gilt es nicht, das zu akzeptieren und und sich ein paar Minuten zu Gemüte zu führen, dass wirklich ausnahmslos alle gelenkten Systeme in desaströsen Pleiten geendet sind, sondern sich darüber Gedanken zu machen, wie man das Wahlrecht abschafft. Und genau das kommt mit dankenswerter Hemmungslosigkeit.

Schamlos bramabasiert dieser Mensch von der „wohlmeinenden“ Diktatur. Um von vornherein sich nicht mit der Realität auseinander zu setzen, geht er trickreich weit zurück ins alte Rom, wo es den „guten Diktator“ auf Zeit gegeben hätte, der unpopuläre Entscheidungen schnell und effizient durchsetzte. Dabei hätte er doch in der jüngsten Geschichte so viele begeisternde Beispiele von Diktatoren gefunden. Den Stalin, der in wenigen Jahrzehnten aus dem rückständigen Agrarland Russland einen Industriestaat schuf und noch einen Weltkrieg gewann oder Hitler, der erst mit höchst origineller Ökonomie die deutsche Wirtschaft ankurbelte, halb Europa besetzte und in nur drei Jahren immerhin 6 von anvisierten 11 Millionen Juden ermordete, an der Vollendung nur gehindert wurde, weil er dummerweise den Weltkrieg verlor. Oder, nehmen wir nicht die ganz Extremen, nehmen wir Chile, wo Augusto Pinochet sein im Chaos verfallenes Land nach nur fünfzehn Jahren dank einer gut organisierten Diktatur ökonomisch saniert hatte. Komischerweise konnten die Angehörigen seiner ermordeten Gegner das gar nicht richtig würdigen.

Polemisch, Randers redet doch ausdrücklich vom „wohlmeinenden“ Diktator? Hätte er nicht mit Rom geheuchelt, wäre er wohl kaum gedruckt worden. Verbrecherisch ist schon der Denkansatz. Man braucht sich gar nicht darüber zu streiten, ob die Klimafrage überhaupt relevant ist, es gibt ja Leute, die nennen das Klimareligion und wenn man sich den missionarischen Eifer der Apologeten ansieht, dann kann man das schon nachvollziehen. Aber selbst wenn man unterstellte, es wäre etwas dran an der Erderwärmung und der Mensch könnte das sogar beeinflussen, Diktatur ist die Unterdrückung. Das vorgebliche Wissen von Richtig und Falsch die Rechtfertigung der Repression. Wo nicht mehr der Widerstreit der Richtungen zulässig ist und durch die Mehrheit entschieden wird, wird der Andersdenkende zum Falschdenkenden, der das Gute gefährdet. Man sollte nicht vergessen, die menschenverschlingendsten Regime der Geschichte, die Bolschewisten wie die Nazis mit ihren Abermillionen von Toten, waren von der Idee getragen, im Besitz der Wahrheit zu sein und das einzig Notwendige durchzusetzen. Weil es dabei immer Menschen gibt, die auch verbotener Weise für ihre Überzeugungen einstehen, wird selbst der „wohlmeinende“ Diktator sie bekämpfen müssen, zumal wenn sie Argumente, wie günstige Energiekosten, hohen Lebensstandart und freies Denken ins Feld führen können. Sie mutieren zu gefährlichen Feinden der Nachhaltigkeit, was wird der „gutwillige“ Diktator wohl mit ihnen machen, wenn sie sich einfach weigern, seinen Einsichten zu folgen? Der Gedanke liegt nahe, das, was alle Diktatoren mit ihren Gegnern machen. Vielleicht ließen sich statt der Arbeitslager der Vergangenheit menschenbetriebene Hamsterlaufräder zur umweltschonenden Energiegewinnung schaffen. Verlogen auch sein Schluss, denn nicht „das Risiko, dass er die Macht nicht wieder abgäbe, wäre der Hauptgrund, warum die meisten Menschen skeptisch auf die Idee reagierten“, sondern das Verbrechen einer Diktatur als solcher ist die Ursache, weshalb Demokraten schon Ideen wie diese im Ansatz entschlossen bekämpfen müssen. Und über die pathologische Egopsyche des Autoren sagt sein kurzer Satz genug aus, würde man ihm die Rolle des Diktators antragen, er würde sie selbstverständlich wieder nach der Frist abgeben. Weltdiktator ist diesem Geistesriesen ein wahrlich angemessener Job.

Da wundert es dann auch nicht mehr, dass Randers das chinesische Regime für die vorbildlichste Regierung dieser Welt hält. Menschenverachtend seine Äußerungen über dort durch Federstrich aus ihrem Broterwerb geworfene Menschen, strafwürdig dumm, sein Glaube, ein solches Regime würde stimmende Statistiken veröffentlichen, darauf einzugehen lohnt nicht mehr. Es gibt nur einen Blick auf das wahre Gesicht dieses Weltverbesserers frei. Peinlich allerdings, dass ausgerechnet Muttis neuer Ökowahn von ihm lobend erwähnt wird, angesichts von Hunderttausenden, denen in diesem Jahr der Strom abgedreht wurde, weil sie die Kosten nicht mehr zahlen konnten, allerdings perfekt in den Kontext passend. Der Aussage nämlich, dass, wo für die große Zukunft gehobelt würde, man auf die kleinen menschlichen Späne nicht Rücksicht nehmen könne. Sein Endziel der UNO gesteuerten Weltdiktatur der Klimaideologen ist dann logische Konsequenz. Und als Fußnote wird den Euroskeptiker die Bestätigung freuen, dass die EU Kommission als Form autoritärer Machtausübung für Randers der chinesischen Staatsführung gleichwertig ist. Das hatten wir doch schon immer geahnt.

Nein, es ist nicht neu, dass jene, die selbstdefinierte Ökologie als politischen Mittelpunkt sehen, sehr schnell autoritäre Fantasien bekommen. Der heutige Weltartikel, wie Kinder zu Spitzeln gemacht werden, legt es wieder bloß. Nur selten aber hat es ein arroganter Menschenverächter so ehrlich ausgesprochen. Dass aber eine Zeitung wie der Tagesspiegel solches abdruckt und kein Aufschrei durch die Republik hallt, macht kurz sprachlos.

Bekämpfe die Bösen, aber fürchte die, die glauben, zu wissen, was das einzige Gute ist.

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Auch veröffentlicht bei cdu-politik.de

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Über Waldemar Pabst

Undogmatischen Konservativer. Nazifeind, Antikommunist, entschiedener Gegner jedes religiösen Totalitarismus, Rassismus und nicht zuletzt der Verschwörungstheoretiker. Bekennender Israelfreund und das, was man einmal einen “Atlantiker” nannte. Vertritt uneingeschränkt das Gesellschaftssystem der freien Welt. Blog: https://schwarzoderweiss.wordpress.com/

Diskussionen

2 Gedanken zu “Die gute Absicht als Grundlage des Bösen oder Animal Farm auf ökologisch

  1. Nachtrag:
    Ein Facebookfreund verlinkte mir diesen fantastischen Achgut-Artikel zu den Denkmustern dieser Menschen:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_muster_der_misanthropen/

    Verfasst von Waldemar Pabst | 22. Juni 2012, 10:45
  2. Lieber Waldemar Pabst,
    vielen Dank für Ihre ausführliche Kommentierung dieses wichtigen Themas. Wenn wir als Gesellschaft „Wehret den Anfängen“ ernst nehmen würden, müßten wir uns eingestehen, daß die Randers dieser Welt bereits längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen sind. Sie, Herr Pabst, machen mir Mut, daß es noch nicht zu spät ist, daß wir Demokraten noch etwas tun können, wenigstens indem wir nicht alles mit uns tun lassen und die Feinde der Demokratie entlarven.
    Desweiteren möchte ich Ihnen sagen, daß ich selten einen Menschen treffe, dem ich in seiner Selbstdarstellung („über Waldemar Pabst“) uneingeschränkt zustimmen kann. Danke.
    Seien Sie freundlich gegrüßt!
    Burkhard Minack

    Verfasst von Burkhard Minack | 23. Juni 2012, 09:46

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